Informationen zum richtigen Verhalten bei Unwettern

Informationen zum richtigen Verhalten bei Unwettern

STARKREGEN

Regen nennt man aus der Luft auf die Erde niederfallende Wassertropfen. Durch Abkühlung der Luft über den Sättigungspunkt hinaus (Kondensation) entstehen in einer Wolke ganz viele kleine, feine Wassertröpfchen. Wenn diese sich zu größeren, schweren Wassertropfen verbunden haben, können sie von den Aufwinden nicht mehr in den Wolken gehalten werden und fallen aus. Es regnet.

Schon bei starken Regenschauern sollten Sie ein paar einfache Regeln beachten:

GEWITTER

Das Gewitter kündigt sich im Allgemeinen durch schwüle Luft, hoch reichende und dunkle, fast schwarze Bewölkung an. Nicht immer ist vorweg ein Grollen zu hören. Gewitter entstehen aus Quellbewölkung (Cumuluswolken). Steigt diese viele tausend Meter hoch und zeigen sich im unteren Wolkenteil scharfe, im oberen Wolkenteil schleierartige Wolkenränder, entsteht die typische Gewitterwolke (Cumulonimbus). Warme und feuchte Temperaturen lassen viel Wasser verdunsten. Je höher die Verdunstung, umso gewaltiger kann das Gewitter wüten. Starke Turbulenzen und komplizierte physikalische Vorgänge in der Gewitterwolke verursachen eine elektrische Aufladung der festen und flüssigen Wolkenteilchen. Die Eisteilchen der oberen kalten Wolkenschicht (unter -20°C) sind positiv geladen, die unteren wärmeren Wolkenschichten (um 0°C) negativ. Es entwickeln sich gewaltige Spannungsdifferenzen, die sich letztendlich in Blitzen entladen. Die Gewitterwolke kann ihre Last in stärkste Niederschläge (Regen, Graupel, Hagel) entlassen.
Bei Gewittern, bei denen es zu Blitzentladungen kommt, die ein hohes elektrisches Potenzial freisetzen, treten hierdurch zusätzliche Gefahren auf.

Beachte hierbei:

HAGEL UND WIRBELSTURM

Hagel ist ein fester Niederschlag, der aus Eiskugeln oder Eisklumpen besteht. Die Größe ist unterschiedlich und beträgt Erbsen- bis Haselnussgröße. Ein Hagelkorn kann jedoch einen Durchmesser von bis zu 10 cm und ein Gewicht bis zu mehreren Kilogramm erreichen. Ein Hagelkorn nimmt seinen Anfang als Regentropfen in einer Gewitterwolke. Heftige Turbulenzen lassen die Regentropfen aus dem unteren Teil der Wolke (um 0°C) in den oberen (- 40°C) wirbeln und umgekehrt, mit einer Geschwindigkeit von 20 bis 30 Metern in der Sekunde. Der Regentropfen gefriert zum Eiskörnchen und wird auf seinem Weg durch die Wolke immer größer, indem er sich mit anderen Eiskörnern und Wassertropfen verbindet. Je öfter sich die Auf- und Abbewegung dieser Teilchen in einer Wolke wiederholt, umso größer werden sie. Irgendwann werden die Hagelkörner in der Wolke zu schwer und fallen auf die Erde.

Tornados (Wirbelstürme außerhalb der tropischen Breiten)sind manchmal eine Folge schwerer Gewitter. Dabei treten Gefahren durch Hagelkörner in unterschiedlicher Größe sowie durch Trümmer und Schmutzteile auf, die der heftig rotierende, bis zum Erdboden reichende Wolkenschlauch mitführt. Durch die schnell rotierenden Luftmassen entsteht eine hohe Sog- und Druckwirkung. Besonders häufig sind sie in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, aber auch bei uns in Deutschland gibt es Tornados. Ihre durchschnittliche Geschwindigkeit kann zwischen 40 und 100 km/h betragen, die rotierenden Winde erreichen Geschwindigkeiten von mehreren Hundert km/h. Bei uns beträgt ihre Lebensdauer etwa 15 Minuten. Im Schnitt kommt es jährlich zu zehn Wirbelstürmen im Bundesgebiet, die meist jedoch über unbewohntem Gebiet stattfinden.

Bei Hagel und Wirbelsturm sollten Sie zusätzlich beachten:

NACH EINEM UNWETTER

Je nach Art des Unwetters solltest Du danach Dein Umfeld auf eventuelle Schäden wie Wassereinbruch oder Glasbruch etc. kontrollieren. Zusätzlich gilt:

Zusatztipp:

Wenn Du Haus- oder Nutztiere hast, bedenke bitte, dass die Tiere durch ein Unwetter stark verängstigt werden können. Versuche beruhigend auf die Tiere einzuwirken, wenn die Umstände dies zulassen. Achte darauf, dass die Tiere den schützenden Bereich nicht verlassen können.
Überraschend auftretende Unwetter wie Eisregen in der kalten Jahreszeit oder Wärmegewitter im Sommer treten oft so plötzlich auf, dass eine Vorbereitung gegen ihre Auswirkungen kaum möglich ist. Aber bei schweren Gewittern, Sturmböen oder auch Wirbelstürmen, bleibt durch die Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes in den Medien (Rundfunk, Fernsehen und Internet www.dwd.de) vielfach genug Zeit, die Gefahren zu reduzieren und Schäden zu vermeiden oder zu mindern. Dabei ist es wichtig, dass Du die Möglichkeiten nutzt, die Wetterberichte zu verfolgen und ggf. Unwetterwarnungen zu beachten.

ALLGEMEINE HINWEISE

Generell solltest Du bei Unwettern griffbereit haben:

Bei der Dokumentensicherung solltest Du darauf achten, auch Dein Eigentum in Form von Fotos und Abbildungen zu dokumentieren. Wird Dein Haus oder anderes Eigentum bei einem Unwetter beschädigt, kann dies für den Nachweis bei der Versicherung sehr hilfreich sein.

Quelle: Flyer des Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe